Waschbär breitet sich aus – Kreisjägerschaft muss in diesem Jahr wohl 1000 Tiere einfangen

Kreisjägerschaft muss in diesem Jahr wohl 1000 Tiere einfangen

Herford(Westfalen-Blatt / HK). Die stark steigende Waschbär-Population bereitet der Kreisjägerschaft Sorgen. Man gehe davon aus, dass in diesem Jahr bis zu 1000 Tiere eingefangen werden müssten, sagte Kreisjagdberater Jochen Meyer zu Bexten bei einem Treffen mit der Kreistagsfraktion der CDU.

Schwierig daran sei vor allem, dass Waschbären nur von speziell geschulten Jägern mit Lebendfallen gefangen werden dürften. »Hier kommen zwei Probleme zusammen: Die Zahl der Jäger mit entsprechendem Fangnachweis ist zu gering und aufgrund der hohen Kosten von etwa 500 Euro für eine Lebendfalle ist der Fang auch eine finanzielle Belastung«, sagte Meyer zu Bexten.

Mitglieder der Kreisjägerschaft und der CDU-Kreistagsfraktion suchten den Dialog: (von links) Fritz Wiegand, Kreisjagdberater Jochen Meyer zu Bexten, Matthias Ebmeyer und CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Michael Schönbeck.

Die Tiere gingen immer häufiger in Wohnungen und an Mülleimer – überall, wo es etwas zu essen gibt. »Wir haben in der Saison 2017/2018 etwa 300 Waschbären und in der Saison 2018/2019 etwa 500 Waschbären gefangen. Für die Saison 2019/2020 gehe ich von 1000 Waschbären aus«, sagte Kreisjagdberater Meyer zu Bexten. Schließlich wachse die Waschbär-Population derzeit exponentiell.

Beim Treffen der Kreisjägerschaft mit der CDU-Kreistagsfraktion wurde auch die afrikanische Schweinepest sowie die aktuelle Situation um den Wolf thematisiert. Hinsichtlich der Wölfe berichtete der Kreisjagdberater, dass die Tiere aus seiner Sicht zunehmend ihre Scheu verlieren, was womöglich daran liege, dass sie hier nicht bejagt würden.

Positiv war die Meinung der Kreisjägerschaft über den Kreis Herford als untere Jagdbehörde: Hier werd pragmatisch und konstruktiv zusammengearbeitet, was auch am persönlichen Einsatz einzelner Mitarbeiter liege. Auch das Landesjagdgesetz war Thema: Mit dessen Novellierungen nach dem Regierungswechsel sei die richtige Richtung eingeschlagen worden, sagte Fritz Wiegand. Man sehe hier dennoch die Herausforderung, in Zukunft die Allgemeingültigkeit des Jagdscheins trotz länderspezifischer Regelungen sicherzustellen, ergänzte Matthias Ebmeyer.

Abschließend bedankte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Schönbeck für den guten Austausch und sagte zu, dem Wunsch der Jäger nachzukommen, diesen Austausch zu verstetigen. Mit Blick auf die hohen Kosten für die Lebendfallen werde man im Kreis diskutieren, ob eine Unterstützung möglich sei, sagte Schönbeck. Angemessen sei sie in jedem Fall, da die Kreisjägerschaft freiwillig verschiedene Aufgaben übernehme – zum Beispiel bei der Fallwildentsorgung, also der Entsorgung von Wild nach Verkehrsunfällen.

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