Der Polizei müssen 23 Autos reichen – Landrat wünscht bessere Ausstattung, bekommt aber Absage vom Innenminister

Landrat wünscht bessere Ausstattung, bekommt aber Absage vom Innenminister

Herford (Westfalen-Blatt / HK/hil). Die Kreispolizeibehörde ist zwar mobil und technisch für alle Einsätze gerüstet. Gleichwohl: Müssten die Polizisten zeitgleich zu mehreren Tatorten im Kreisgebiet rausfahren, könnte es eng werden. Denn bereits seit 2016 stehen den Beamten statt 32 nur noch 23 Streifenwagen zur Verfügung. »Ich habe den Innenminister auf meine Bedenken hingewiesen, dass die optimale Einsatzbewältigung nicht immer gewährleistet sein könnte«, antwortete Landrat Jürgen Müller der CDU-Kreistagsfraktion. Die hatte im Dezember sich mit dem Thema Polizei und Sicherheit im Kreis befasst und mehrere Fragen an den Landrat gestellt.

Zuständig für die Zuweisung der Ausstattung der Polizeibehörden ist das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste. Dort ist man laut Müller dem Wunsch aus Herford jedoch nicht nachgekommen, statt neun, nur sieben Polizeiautos abzuziehen. »Das Landesamt aber will die Fahrzeugausstattung überprüfen und gegebenenfalls neu anpassen«, erklärte Müller.

Der Behörde stehen neben den 23 Streifenwagen noch zusätzlich acht Bullis als so genannte Halbgruppenfahrzeuge, 37 Zivil- und Sonderfahrzeuge sowie vier Kräder zur Verfügung. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass nicht täglich alle Wagen genutzt werden können. Müller: »Eingeschränkt sind die Beamten durch Wartungsintervalle, Reparaturen von Unfallschäden und durch größere, zeitgleiche Einsätze.« Hier einen Ausgleich zu schaffen, erfordere einen hohen logistischen Aufwand. Deshalb will Müller auch mit dem Ministerium weiterhin im Gespräch bleiben.

Ein zusätzliches Thema, das die CDU-Kreistagsfraktion wissen wollte, ist die Besetzung der Polizeiwachen in den einzelnen Kommunen. Die Wachen in Herford, Bünde und Löhne sind 24 Stunden durchgängig besetzt, so der Landrat. Die Polizisten arbeiten hier in drei Schichten. Anders sieht es in den Stationen in Enger und Vlotho aus. Dort steht in der Nacht zwischen 22 und 6 Uhr morgens kein Polizist direkt vor Ort zur Verfügung. Ausnahmen bilden die Wochenenden: freitags gibt es in Enger nur die Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr, samstags sowohl den Tagesdienst von 10 bis 19 Uhr als auch die Nachtschicht.

In Vlotho ist die Polizeiwache auch freitags und samstags durchgehend von 10 bis 4 Uhr nachts besetzt. In den unbesetzten Zeiten übernehmen die Polizisten der anderen Wachen die Einsätze. Die Erreichbarkeit und die Fahrzeit bis zum Einsatzort sei aber im Vergleich zu anderen Behörden gut, sagte der Landrat.

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