Weniger Landwirte mit größeren Höfen – Hermann Dedert informiert bei MIT-Abend über die Situation der Bauern im Kreisgebiet

(Quelle: Westfalen-Blatt 01. April 2016)
Hiddenhausen/Herford(wst). »Auch die Landwirtschaft gehört zum Mittelstand«. Das sagte Alexander Elbracht beim Informationsabend, zu dem die CDU Mittelstands Initiative (MIT), Kreisverband Herford, eingeladen hatte. Auf dem Hof Düsediekerbäumer in Oetinghausen wurde über die heimische Landwirtschaft gesprochen.

Als Gesprächspartner stellte der MIT-Vorsitzende den rund 25 Teilnehmern Landwirt Hermann Dedert vor. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld, der auf seinem Hof in Hiddenhausen-Eilshausen im Ackerbau tätig ist, machte zu Beginn seiner Ausführungen die Zuhörer mit der Organisation der Landwirtschaft im Kreis Herford vertraut.

So sei die Landwirtschaftliche Kreisvereinigung eine reine Interessenvertretung mit freiwilliger Mitgliedschaft und gehört dem Deutschen Bauernverband an. Die Landwirtschaftskammer wiederum berate und kontrolliere die heimischen Landwirte. Danach kam Hermann Dedert auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu sprechen.

»Es gibt immer weniger landwirtschaftliche Betriebe im Kreis Herford. Allein von 1989 bis 2010 ist ihre Zahl um 70 Prozent von 1867 auf 547 gesunken.« Gleichzeitig würden die Fläche der verbliebenden Höfe zunehmen, von durchschnittlich 15,7 Hektar 1989 auf 36,5 Hektar im Jahr 2010. Sorge machte dem Landwirt, dass der Flächenverbrauch im Kreis Herford stetig steige.

CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Michael Schönbeck, MIT-Vorsitzender Alexander Elbracht, Landwirt Hermann Dedert und Jörg Haferkorn (von links) diskutieren am Mittwochabend über die Landwirtschaft im Kreis Herford. Foto: Stefan Wolff

CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Michael Schönbeck, MIT-Vorsitzender
Alexander Elbracht, Landwirt Hermann Dedert und Jörg Haferkorn
(von links) diskutieren am Mittwochabend über die Landwirtschaft im
Kreis Herford. Foto: Stefan Wolff

Durch die Anlage von Wohn- und Gewerbegebieten, durch den Straßenbau sowie durch Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen sei die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 27556 Hektar 1989 auf 19885 Hektar 2010 geschrumpft. Besonders die Ausgleichmaßnahmen sah der Landwirt sehr kritisch. »Wird ein Hektar versiegelt, werden als Ausgleich zwei bis drei Hektar renaturiert. Wie lange können wir uns das noch leisten?«, fragte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in die Runde.

Aktuell beeinflusse ein »Dreiklang« von wirtschaftlicher Situation, gesellschaftlicher Diskussion und von Gesetzen, Auflagen und Verordnungen die Entscheidungen der Landwirte, so Dedert. Die wirtschaftliche Situation stelle sich unter anderem wegen der Marktmacht des Lebensmittel Einzelhandels als sehr schwierig dar, betonte Dedert.

Die gesellschaftliche Diskussion finde seiner Meinung nach oft ohne die Landwirte statt und viele Gesetze und Verordnungen erschwerten ihre Arbeit. Mit einem Appell beendete Hermann Dedert seinen Vortrag. »Wenn ihnen etwas auf den Feldern in ihren Nachbarschaft auffällt, dann sprechen sie den Landwirt darauf an«, forderte er seine Zuhörer auf.

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