Katharina Morgret weiterhin an der Spitze, Michael Schönbeck neuer Stellvertreter

Wahlen beim CDU-Stadtverband – Dr. Martin Büchner berichtet über Flucht aus dem Osten

Von Björn Kenter
Spenge (SN). Katharina Morgret heißt die alte und neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Spenge. Morgret wurde ebenso wie der bisherige Stellvertreter Uwe Brinkmann bei der Mitgliederversammlung im Stadtgarten einstimmig wiedergewählt.

Der Vorstand: (hinten, von links) Karl Lampe, Dirk Steinkamp, Andreas Feuchert, (mittlere Reihe, von links) Uwe Brinkmann, Jan-Christian Janßen, Sören Miersch, (vorne von links) Lars Hartwig, Katharina Morgret und Michael Schönbeck. Foto: Björn Kenter

Als weiterer Stellvertreter fungiert der bisherige Pressewart und Kreistagsabgeordnete Michael Schönbeck, der die Nachfolge von Reinhold Hübers antritt. Schriftführer ist weiterhin Andreas Feuchert, zum neuen Pressewart wurde Sören Miersch gewählt. Als Beisitzer stehen Lars Hartwig, Karl Lampe, Ruth Pilgrim und Dirk Steinkamp zur Verfügung.
In ihrem Rechenschaftsbericht ging Morgret vor allem auf den »Tag der CDU« im Januar ein. Auf dieser inhaltlichen Arbeitstagung seien in Zusammenarbeit mit der Basis viele konstruktive Vorschläge für die Zukunft erarbeitet worden. »Diese Anträge gilt es nun in der Zukunft umzusetzen«, sieht Morgret die Oppositionsrolle im Spenger Stadtrat auch als Herausforderung an. Zufrieden zeigte sich die junge Vorsitzende auch mit der personellen Entwicklung: »Unsere Mitgliederzahlen sind stabil, es sind auch durchaus einige jüngere Leute dabei. Bei der Besetzung des Vorstands haben wir bewusst darauf geachtet, dass wir mit Karl Lampe auch einen Vertreter der älteren Generation im ansonsten recht jungen Team haben.«
Anlässlich des ehemaligen Tages der deutschen Einheit am 17. Juni referierte im Anschluss an die Mitgliederversammlung Dr. Martin Büchner über seine Erinnerungen an die Kindheit im thüringischen Meiningen und seine spätere Flucht aus der DDR. Lebendig und anschaulich berichtete der promovierte Geologe und Mineraloge über seine Kindheit und die schrecklichen Erfahrungen mit der NS-Herrschaft sowie die spätere Besetzung seines Heimatorts durch die Amerikaner und kurz darauf durch die Rote Armee.
Knapp zehn Monate nach Gründung der DDR flüchtete Büchner als 18-Jähriger 1950 mit einem gefälschten Pass in den Westen, da er seine beruflichen Ziele in der DDR nicht realisieren konnte. Dennoch hielt er auch in den folgenden Jahren immer den Kontakt in seine Heimatstadt, um gegen das »gegenseitige Vergessen« anzukämpfen, wobei vor allem der Abschluss der Grundverträge Anfang der siebziger Jahre zumindest auf kultureller Ebene für einen weiteren Ausbau der Kontakte sorgte. Dennoch hätte auch Martin Büchner den Fall der Mauer 1989 »vorher wie alle anderen auch nicht für möglich gehalten. Doch auch wenn der Begriff der »blühenden Landschaften« zunächst etwas ungeschickt war und die Erwartungen anfangs zu hoch gesteckt wurden, so hat sich die damals angestrebte Normalisierung doch eingestellt und wir können mit dem Erreichten absolut zufrieden sein«, bilanzierte der 79-jährige, der in seinem Schlusswort auch auf die schlechten Straßenverhältnisse der Stadt Spenge einging: »Wenn ich von Lenzinghausen nach Enger fahre, denke ich angesichts der Schlaglöcher immer an die DDR zurück.«
Die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes, von denen einige die DDR schon nicht mehr bewusst miterlebt hatten, dankten Büchner mit viel Applaus für seinen unterhaltsamen und mit allerlei Anekdoten gewürzten Vortrag mit viel Applaus.

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